Stoppt die Beihilfen für AKW in Ungarn


MdEP Prof. Dr. Klaus Buchner (ÖDP) kritisiert Beihilfen für AKW in Ungarn


Europa-Abgeordneter fordert
Stopp der Subventionen für Uralt-Technologie


(Brüssel/05.04.2017) Kürzlich hat die Europäische Kommission die Beihilfen für das ungarische Atomkraftwerk PAKS genehmigt. Mithilfe russischen Geldes und russischer Technologie soll das 110 Kilometer südlich von Budapest gelegene AKW von vier auf sechs Reaktoren erweitert werden. Da erhebliche Überkapazitäten entstünden, würde ein Großteil des dort produzierten Atomstroms exportiert werden. Dadurch wären etwa in Deutschland die Hersteller der Erneuerbaren Energien benachteiligt.
Prof. Dr. Buchner, Mitglied des Europäischen Parlaments für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) kritisiert die Genehmigung der EU für die Beihilfen scharf. „Nach dem Beschluss über die Genehmigung der Beihilfen für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C setzt die EU-Kommission nun erneut die falschen Akzente. Das Vorgehen beweist, dass die Produktion von Kernenergie dermaßen hohe Kosten verursacht, dass sie sich nur rechnet, wenn den Betreibern üppige Subventionen zugesagt werden. Die Beihilfen sind eine wettbewerbsverzerrende Bevorzugung der Atomkraft zulasten nachhaltiger Energieträger“.

Der Europa-Abgeordnete betont, dass die Atomkraftbetreiber mithilfe willfähriger Politiker die Gewinne des Stromverkaufs privatisieren, die Kosten dagegen, etwa für die Endlagerung des Atommülls, den Steuerzahlern aufbrummen. „In Deutschland kostet der Abbau der Atommeiler und die Endlagerung des verstrahlten Mülls 170 Milliarden Euro. Davon zahlen die Konzerne aber nur einen Bruchteil. Berücksichtigt man alle Kosten der Atomkraft, so sind Erneuerbare Energien heute schon deutlich günstiger. Umso empörender ist es, dass für die Errichtung neuer Atomkraftwerke jetzt noch Steuergelder ausgegeben werden. Das zeigt, welchen gewaltigen Einfluss die Atomlobby in der Politik immer noch hat. Als einziger Kernphysiker im Europaparlament werde ich mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Dinosauriertechnologie Atomkraft endgültig auf dem Müllhaufen der Geschichte landet. Die Zukunft in Europa und darüber hinaus gehört den Erneuerbaren Energien!“


Bildrechte Fotolia: Christian Schwier


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.