Menschen vor hormonveränderten Stoffen in Kosmetik schützen!

EU-Parlament muss vor hormonveränderten Stoffen schützen


PRESSEMITTEILUNG – Straßburg, 3. Oktober 2017


Öffentliche Gesundheit



Europäisches Parlament muss Menschen vor hormonveränderten Stoffen schützen
Morgen Mittag stimmt das Europäische Parlament über einen Einspruch gegen die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Kriterien für die Bestimmung von endokrinen Disruptoren ab. Diese chemischen Stoffe sind in zahlreichen Produkten verarbeitet wie Windeln, Kosmetika oder Sonnencrème.

Sie verändern den Hormonhaushalt und können zu schwerwiegenden Störungen führen. Zu der Abstimmung im Plenum kommt es, nachdem sich der Umweltausschuss des Parlaments dem Einspruch des niederländischen gürnen Abgeordneten Bas Eickhout angeschlossen hatte. Anhand der von Europäischen Kommission festgelegten Kriterien wird es sehr schwer sein, Wirkstoffe mit endokrinschädlichen Eigenschaften zu identifizieren. Das heißt aufgrund dieser Definition würden, wenn überhaupt, nur sehr wenige Produkte vom Markt genommen. Das Europäische Parlament kann den Vorschlag der EU-Kommission blockieren. Voraussetzung für ein Veto ist, dass der Einspruch in der Abstimmung eine absolute Mehrheit erreicht (376 MdEP). Martin Häusling fordert seine Kollegen auf, den Einspruch mitzutragen:

„Das Europäische Parlament muss die öffentliche Gesundheit schützen, wo die Europäische Kommission und viele EU-Mitgliedstaaten versagt haben. Die von der EU-Kommission aufgestellten Kriterien sind untauglich. Endokrine Disruptoren sind eine ernsthafte Bedrohung für Mensch und Umwelt. Sie erhöhen insbesondere das Krebsrisiko, die Gefahr von Fruchtbarkeitsstörungen und anderen Gesundheitsproblemen. Trotz dieser bekannten Risiken haben sich die EU‑Kommission und die meisten EU-Mitgliedstaaten dafür entschieden, die Interessen einer Handvoll Agrarchemie-Konzerne über die öffentliche Gesundheit zu stellen. Morgen haben die Abgeordneten des Europäischen Parlaments die Gelegenheit, diese Entscheidung rückgängig zu machen und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, die sie vertreten, wieder an erste Stelle zu setzen. Ohne ordentliche wissenschaftliche Kriterien wird es nahezu unmöglich sein sicherzustellen, dass diese schädlichen Substanzen nicht in Produkte gelangen, die Menschen in der ganzen Europäischen Union tagtäglich nutzen.“

Hintergrund
Die WHO/UNEP stuft Endokrine Disruptoren (EDC) als eine globale Bedrohung ein, da diese Stoffe in die Entwicklung und Funktion von Gewebe und Organen eingreifen und damit die Anfälligkeit für verschiedene Arten von Krankheiten lebenslang verändern können.

Endokrin aktive Chemikalien wurden in Verbindung gebracht mit verschiedenen schwerwiegenden Erkrankungen und Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit, insbesondere Krebs, Fruchtbarkeitsstörungen, Missbildungen und Fehlentwicklungen der Geschlechtsorgane, Fettleibigkeit und neurologische Verhaltensstörungen. Stoffe mit endokriner Wirkung sind in einer ganzen Reihe von gebrauchsüblichen Produkten enthalten, etwa in Pflanzenschutzmitteln und Bioziden, Lebensmitteln, Materialien und Gegenständen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Spielzeug, PVC-Fußbodenbelägen und Kosmetika.

2009 war die Europäische Kommission im Zuge einer größeren Überarbeitung der Rechtsvorschriften zum Pflanzenschutz auf Druck des Europäischen Parlaments von den Mitgesetzgebern verpflichtet worden, bis Ende 2013 wissenschaftliche Kriterien für die Bestimmung endokrinschädlicher Eigenschaften zu verabschieden. Erst im Juni 2016 wurden dann Vorschläge für den Entwurf einer Verordnung vorgelegt, die von den EU-Mitgliedstaaten im Juli 2017 befürwortet wurde.


→ PRESSEMITTEILUNG – Straßburg, 4. Oktober 2017
Hormonverändernde Stoffe – EU-Parlament verweist
EU-Kommission in ihre Schranken


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Ruth Reichstein
Pressesprecherin/coordination press team
Greens/EFA group in the European Parliament
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