SPD muss bei Glyphosat standhaft bleiben

(Brüssel/06.12.2017) Auch neun Tage nach dem skandalösen Verhalten von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bei der Glyphosat-Abstimmung im Brüsseler Rat ist der Minister nach wie vor in Amt und Würden. Dabei handelte der Minister nicht nur gegen die Interessen der Bevölkerung und der Umwelt, sondern missachtete auch die Geschäftsordnung der Bundesregierung. Denn der Koalitionspartner SPD hatte sich gegen eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung auf EU-Ebene ausgesprochen.
Prof. Dr. Klaus Buchner, Mitglied des Europäischen Parlaments für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), bezeichnet Landwirtschaftsminister Schmidt als Lobbyisten reinsten Wassers: „In Sonntagsreden lobt die CSU gerne die bäuerliche Landwirtschaft in Bayern, aber wenn es darauf ankommt, hat die Partei immer schon knallhart die Interessen der industriellen Agrarkonzerne, in diesem Falle Monsanto, vertreten. Falls Schmidt sich nach der Neubildung der Bundesregierung einen neuen Job suchen muss, kann er mit der Entscheidung, das Totalherbizid Glyphosat weiter zuzulassen, ein schönes Bewerbungsschreiben an jene Konzerne vorweisen, die von der Glpyhosat-Entscheidung profitieren“.
Prof. Buchner weist aber auch darauf hin, dass die SPD in der Vergangenheit in der Regel die Interessen der Agrarindustrie vertreten hat. So gesehen sei bei der Empörung der Partei über Glyphosat auch viel Heuchelei im Spiel. Der Europa-Abgeordneten weiter: „Auch jetzt schon kann jeder EU-Mitgliedstaat Glyphosat auf seinem Territorium verbieten. Frankreich will das Herbizid, das im Verdacht steht, Krebs erregend zu sein, spätestens in drei Jahren aus dem Verkehr ziehen. Es wird also interessant zu beobachten sein, ob die SPD ein solches Verbot in den Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU durchsetzen wird“.
Prof. Buchner erklärt, dass die ÖDP seit ihrer Gründung die Bedeutung der ökologischen, bäuerlichen Landwirtschaft betont. Die jüngsten Geschehnisse, wie der massive Rückgang der Insekten, zeigten einmal mehr, dass die industrielle Landwirtschaft in eine Sackgasse führe.


Bild: Fotolia (Urheber: farbkombinat)


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