Arbeitnehmer-(Un)recht in Usbekistan


MdEP Buchner (ÖDP) kritisiert Rückschritt bei Arbeitnehmerrrechten in Usbekistan


Brüssel/31.03.2015) „Ich appelliere an die Weltbank jegliche weiteren Kredite an Usbekistan einzufrieren und alle Projekte mit dem Land zu stoppen“, so Prof. Dr. Klaus Buchner, Mitglied des Europäischen Parlaments für die ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei). Damit reagiert der Europaabgeordnete auf die Ausweisung von Dr. Andre Mrost, der im Auftrag der Weltbank Fälle von Kinderarbeit in der usbekischen Baumwollindustrie untersucht hat. Dr. Mrost hatte am Tag vor seiner Ausweisung einen Termin bei der usbekischen Nichtregierungsorganisation Ezgulik, bei dem es um die von Usbekistan ratifizierte Konvention der „International Labour Organisation“ (ILO) ging. Außerdem versucht er schon seit Langem, die Gewerkschaften des Landes dabei zu unterstützen, sich in wirksame Organisationen zur Repräsentation von Arbeitnehmerrechten umzuwandeln. Diese Aktivitäten waren der usbekischen Regierung ein Dorn im Auge.

„In Usbekistan werden jeden Herbst über eine Million usbekischer Bürger zur Ernte auf den Baumwollfedern verpflichtet“, so Prof. Buchner. Dabei handele es sich um das größte Zwangsarbeiterprogramm der Welt. „Die Usbekische Botschaft in Brüssel lädt mich häufig zu Veranstaltung ein, um zu zeigen, dass das Land sich an die ILO-Konvention hält und Menschenrechte achtet. Die plötzliche Ausweisung des internationalen Arbeitnehmerrechtsexperten spricht leider dagegen“, so der Abgeordnete.


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