Stellungnahme zu den Gefahren von 5G-Mobilfunk


Liebe Interessierte,

Ich war letzte Woche sehr enttäuscht über die einseitige Darstellung der Sendung Kontrovers des Bayerischen Rundfunks (29.1.2020). Viele Aussagen von mir wurden einzeln so herausgeschnitten, dass der Gesamtsachverhalt völlig missverständlich war. Siehe Link


Mein Name ist Prof. Dr. Klaus Buchner
Ich habe jahrzehntelang als Professor der mathematischen Physik an der Technischen Universität München gelehrt und geforscht. Heute bin ich EU-Abgeordneter (ÖDP) und setze mich gegen den aktuellen gesundheitsschädlichen Mobilfunk ein. Ich bin nicht gegen Smartphones und Internet, aber bin dafür diese so zu betreiben, dass sie keine Gesundheitsschäden hervorrufen.


Quellen & Wissenswertes


Apple und Telekom warnen in Ihren Texten, um sich vor Schadensersatzforderungen zu schützen


→ Große Versicherer ziehen sich seit 2008 aus dem Geschäft mit der Haftpflichtversicherung bei Mobilfunkstrahlung komplett zurück


→ Krebs bei Tieren: Das US-Gesundheitsministerium hat die sogenannte NTP-Studie in Auftrag gegeben, die eindeutig die krebserzeugende Wirkung von Mobilfunkstrahlung bei männlichen Ratten nachweist. Siehe Link 1 und Link 2


→ Krebs bei Menschen: Prof. Dr. L. Hardell und sein Team haben bei tausenden Menschen Fall-Kontrollstudien durchgeführt und einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Handynutzung und bestimmten Hirntumoren festgestellt. Quelle: L.Hardell et al.: Fall-Kontrollstudien: Int J Oncol 43 (2013) 1833 – 1845, Biomed Res Int 2017:9218486


→ Die Europäische Umweltagentur warnt vor den Gesundheitsschäden von Mobilfunk. (Seite 32) Siehe Link


→ Beim internationalen „5G Space Appeal“ haben 150 Wissenschaftler vor den Folgen von 5G gewarnt


→ Fruchtbarkeit & Hormonproduktion werden von Mobilfunk geschädigt Quelle: Isabell Wilke: Umwelt, Medizin, Gesellschaft, Sonderbeilage in Ausgabe 1-2018


Die Stadt Brüssel und weitere Städte verweigert sich dem 5G-Ausbau


Richtigstellungen zur Sendung

Meine Zusammenfassung greift auch suggerierte Aussagen der Sendung auf, die so nicht ausgesprochen wurden.


1. Behauptung: Aber wir brauchen doch 5G, um Funklöcher zu schließen?
Richtigstellung: Das stimmt so nicht, wird aber gerne suggeriert. In Wirklichkeit kann man die Funklöcher auch mit den bisherigen Techniken schließen. Meine politische Forderung ist: Auch diese Techniken müssen auf Grenzwerte von max. 30 µW/m² (30 Mikrowatt pro Quadratmeter) nach unten optimiert werden. Es muss aber auch weiterhin in Deutschland Flächen geben, die nur mit kabelgebundenem Internet & Telefon für die Elektrohypersensiblen zur Verfügung stehen.


2. Behauptung: Die mobilfunkkritischen Wissenschaftler seien kaum auf Fachkongressen vertreten
Richtigstellung: Das ist komplett falsch und suggeriert eine dilettantische Arbeitsweise der Kritiker. Im Oktober 2019 wurde in Mainz ein großer internationaler Kongress durchgeführt, auf dem die Schäden durch Funk klar aufgezeigt wurden. Seit Jahren finden viele dieser Kongresse statt.


3. Behauptung: Die Mobilfunkkritiker seien eine Minderheit
Richtigstellung: Das Bundesamt für Strahlenschutz hat in einer repräsentativen Umfrage erfasst, dass sich mehr als jeder zweite (51,4 Prozent) Sorgen um die Strahlung von Mobilfunk-Masten macht. Zum Presseartikel. Das ist keine Minderheitenmeinung. Auch große Teile der unabhängigen Wissenschaft sehen den Fall klar. Einige Studien dazu befinden sich oben im Text. Es gibt sogar eine Metastudie, die belegt, dass Wissenschaftler, welche besonders verharmlosende Ergebnisse gefunden haben, starke finanzielle Interessenskonflikte aufweisen.


4. Behauptung: Viele Masten strahlen weniger als wenige Masten
Richtigstellung: Der Beitrag suggeriert, dass wir im Grunde genommen sehr viele 5G-Masten brauchen, um unter weniger Strahlung zu leiden. Richtig ist: Bei vielen 5G-Masten strahlt das Smartphone oft weniger, als bei wenigen 5G-Masten, aber ohne 5G kann am meisten Strahlung eingespart werden.

Kurz gesagt gilt für die Strahlung aus dem eigenen
Smartphone beim Telefonieren:
5G mit wenig Masten =
extrem starke Strahlung aus dem Handy beim Telefonieren
5G mit vielen Masten =
starke Strahlung aus dem Handy und vom Masten*
Kein 5G, sondern gedrosseltes 4G =
moderate Strahlung unter 30 µW/m² (siehe mein Vorschlag Punkt 1)

*Unbeteiligte Nicht-Telefonierer werden durch die vielen Masten stark belastet.

Hier soll dem Zuschauer suggeriert werden: „Nehmen Sie doch lieber viele Masten anstatt weniger Masten.“ Die Idee, sich die Strahlung zu sparen, indem man sich 5G einfach verweigert, wird überhaupt nicht angesprochen. Prof. Röösli ignoriert völlig alle kritischen Studien zu dem Thema (z.B. US-Gesundheitsministerium, L. Hardell, I. Wilke etc.). Auf jeden Fall ist die Aussage falsch, dass ein Smartphone in einem Funkloch 1 Millionen mal stärker strahlt, als in der Nähe eines Masts. Dieser Faktor ist übertrieben hoch angesetzt.


5. Behauptung: Ich kenne viele seltsame Menschen, die sich nur einbilden von Strahlung krank zu werden
Richtigstellung: Viele Menschen bekommen Ängste und fühlen dann die tatsächlichen Symptome. Das ist aber kein Gegenbeweis. Ich selbst muss schon husten, wenn ich nur an eine Zigarette denke, aber deshalb ist Rauchen nicht auf einmal harmlos. Wichtig sind die Doppel-Blind-Studien, bei denen kein Beteiligter weiß, ob die Teilnehmer aktuell Strahlung ausgesetzt sind. Zum Beispiel die Tiere der NPT-Studie des US-Gesundheitsministeriums (Siehe Link 1 und Link 2). Diese wurden doppelblind getestet. Die bestrahlten Tiere erkrankten signifikant häufiger an Krebs.


6. Behauptung: Die Politik sei sich einig, dass 5G ungefährlich sei
Richtigstellung: Immer mehr Städte weigern sich 5G einzuführen. Darunter auch das prominente Beispiel der Stadt Brüssel und einige Kurorte wie z. B. Bad Wiessee. Mir selbst sind aber wesentlich mehr Städte bekannt, die versuchen sich zu wehren, aber nicht so viel Einfluss haben, wie eine Metropole.


7. Behauptung: Die Geschädigten seien eine Minderheit von unter 1%
Richtigstellung: Im Beitrag wurde genau der Teil meines Interview gezeigt, bei dem ich von unter 1% betroffenen Elektrohypersensibler rede. Durch Mobilfunk entstehen aber viele verschiedene Schäden mit insgesamt einer weitaus höheren Betroffenenzahl (c.a. 5 – 10%).


Vielen Dank für Ihr Interesse.


Prof. Dr. Klaus Buchner
EU-Abgeordneter, Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
Die Partei der Volksentscheide

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